Iserlohn. (rd) Zu den Prüfaufträgen der Kleinen Kommission Finanzen nimmt Peter Bochynek von der Kinderlobby Iserlohn Stellung:
„Die Iserlohner Kinderlobby
hat sich auf ihrer Vorstandssitzung am 2. Februar mit den
,Prüfaufträgen’ befasst. Mit Bestürzung stellen wir fest, dass gerade
der Bereich Kinder und Jugendliche von den Sparplänen außerordentlich
stark betroffen ist, während andere Bereiche geschont werden (z.B.
Planen und Bauen). Der Vorstand kommt zu folgendem Schluss: Wir haben
die Sorge, dass durch die Sparpläne unverzichtbare Arbeiten der Kinder-
und Jugendarbeit unmöglich werden. Einige Beispiele: Personelle
Kürzungen im Ganztagsbereich der Schulen gehen zu Lasten der Kinder, die
oft auf besondere Unterstützung angewiesen sind. Die Reduzierung des
Kinder- und Jugendbüros - 273 000 Euro! - lässt befürchten, dass diese
Arbeit ganz eingestellt werden soll. Wichtige Anteile der
außerschulischen Bildung und Förderung wie Kinder- und Jugendrat,
preisgünstige, pädagogisch wertvolle Ferienaktionen, die geplante
Mitgestaltung ,soziale Stadt’ würden damit aufgegeben. Das lehnen wir
entschieden ab! Nach unserer Auffassung müssen alle Entscheidungen von
folgenden Grundsätzen geleitet sein: Welche Aufgaben dürfen nicht
gestrichen, verringert oder aufgeschoben werden? Welche können warten?
Auf welche können oder sollten wir ganz verzichten? Was Kinder und
Jugendliche für ihre gesunde Entwicklung benötigen, dürfen wir nicht
streichen oder aufschieben. Was am jungen Menschen versäumt wird, lässt
sich nicht nachholen. Die Folgen solcher Versäumnisse sind Schäden in
der Entwicklung, die allesamt mehr Kosten verursachen als das, was wir
präventiv einsetzen. Dagegen können z.B. viele Baumaßnahmen verringert,
aufgeschoben oder ganz gestrichen werden. Unser Votum zu Gunsten von
Kindern, Jugendlichen und ihren Familien schließt nicht aus, dass auch
bei der Kinder- und Jugendarbeit Qualitätskontrollen vorgenommen werden.
Die Online-Bürgerbeteiligung ist gut gemeint, aber auf diese Weise ist
kein repräsentatives Meinungsbild zu erwarten, da sich nicht alle
Bevölkerungsgruppen an einer Internet-Befragung beteiligen können.“